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Migräne - der unerträgliche Schmerz

Image Gerade im Frühling klagen viele Migränepatienten über starke Beschwerden. Besonders Patienten, die an einer echten Migräne leiden, haben jetzt eine übermässige Häufung von Anfällen.
 
Symptome der echten Migräne

Die echte Migräne ist zwar nicht die häufigste, jedoch die bekannteste und auch die wohl unangenehmste Form von Kopfschmerz, weil sie oft mit Übelkeit und Erbrechen einher geht. Typischerweise ist der Kopfschmerz bei der Migräne einseitig, von der Schmerzqualität her pochend und pulsierend und wird bei Bewegung schlechter. Zudem verspüren die Patienten einen starken Augendruck und begleitend kommt auch Augenflimmern, Lärm- sowie Lichtempfindlichkeit dazu. Die Dauer einer solchen Migräne-Attacke reicht von mehreren Stunden bis zu zwei Tagen.

Nach neuesten Erkenntnissen ist die Migräne nicht wie früher angenommen eine Störung der Hirndurchblutung, sondern eine Art Entzündungsreaktion im Bereich der Hirnhaut.

Was bietet die Schulmedizin?

Trotz neuester Medikamente ist es bisher noch nicht gelungen, eine wirklich gute, nebenwirkungsarme Therapie im schul-medizinischen Bereich zu finden. Mit den so genannten Triptanen (z.B. Imigran) gelingt es in einigen Fällen, Migräneanfälle abzufangen, jedoch wirken diese Medikamente nicht immer, haben doch Nebenwirkungen und dürfen oft nicht mit Medikamenten kombiniert werden, die vorbeugend (prophylaktisch) gegen die Migräne eingesetzt werden (z.B. Ergotaminpräparate).

Zudem kommen schulmedizinisch in der Prophylaxe von Migräne Medikamente zur Anwendung, die oft unangenehme Nebenwirkungen haben. Bekanntestes Beispiel sind die Beta-Blocker, die von vielen Patienten deswegen abgelehnt werden, weil sie oftmals mit einem Libidoverlust verbunden sind. So bleibt den Patienten oft nur der Gang in die Apotheke, wo sie ein mehr oder weniger starkes Schmerzmittel kaufen. Dies nehmen sie dann unkontrolliert ein, wenn sie spüren, dass eine Migräne-Attacke beginnt. Auf Dauer kann das zu einer Nieren- und Magenschädigung führen.

Die traditionelle chinesische Medizin hilft

Einen möglichen Ausweg aus diesem Dilemma kann die traditionelle chinesische Medizin bieten. Aus Erfahrung und durch Studien belegt können bis zu 70 % der Kopfschmerzpatienten durch Akupunktur von ihren Schmerzen befreit bzw. die Anfallshäufigkeit und auch die Intensität der Attacken deutlich reduziert werden. Die traditionelle chinesische Medizin unterscheidet im Wesentlichen drei Arten von Kopfschmerz vor allem durch ihre Lokalisation am Kopf: Es gibt den vorderen Kopfschmerz, den seitlichen Kopfschmerz und den hinteren Kopfschmerz.

Die Migräne entspricht einem seitlichen Kopfschmerz und hat einen Bezug zum Gallenblasenmeridian. Dieser überzieht den gesamten seitlichen Kopf und geht dann seitlich über den Rumpf und über das Bein bis zur vierten Zehe.

Die Bedeutung des Gallenblasenmeridians

Ganz interessant ist es auch zu betrachten, welchen Bezug der Gallenblasenmeridian laut chinesischer Ansicht hat. Die Jahreszeit ist der Frühling (im Frühjahr häufen sich die Migräneanfälle), die Hauptzeit ist zwischen 1.00 und 3.00 Uhr morgens (Patienten wachen oft um diese Zeit mit Kopfschmerzen auf). Der zugeordnete äussere Faktor ist der Wind (die Patienten sind oft sehr wind- und föhnempfindlich), das zugeordnete Sinnesorgan ist das Auge (typisch für die Migräne ist der Augendruck). Die zugeordnete Emotion ist der Ärger (Stress verursacht eine Häufung der Migräneanfälle).

In der Behandlung versucht man daher, das Energiegleichgewicht in diesem Funktionskreis wieder herzustellen. Dies kann man durch Reizung verschiedener Akupunkturpunkte erreichen, die entweder mit Nadeln gestochen (so genannte Akupunktur) oder mit dem Finger gedrückt werden können (so genannte Akupressur).
Empfohlene Akupressurpunkte bei Migräne: So können Sie sich ohne Medikamente helfen

  • Gallenblase 20:
      Hinter dem Ohr den Warzenfortsatz des Hinterhauptknochens ertasten. Mit dem Finger etwas in Richtung Wirbelsäule gehen, zwischen zwei Muskelbäuchen ist eine Vertiefung, die in der Regel bei Druck deutlich schmerzt. Diesen Punkt vor allem am Beginn der Kopfschmerzattacke intensiv beidseitig stimulieren.

  • Dickdarm 4:
      Hauptschmerzpunkt", kann bei allen schmerzhaften Erkrankungen gedrückt werden, in Höhe des zweiten Mittelhandknochens, zwischen Daumen und Zeigefinger, wo die Falte den höchsten Punkt hat, wenn man den Daumen an den Zeigefinger legt. In Richtung des zweiten Mittelhandknochens drücken, nur rechts!

  • Gallenblase 37:
      Dieser Punkt befindet sich fünf Daumen breit oberhalb des Aussenknöchels genau vor dem Wadenbein. Dieser Punkt leitet die krankhaft gestaute Energie im Gallenblasenmeridian weiter. Dieser Punkt ist vor allem bei akuten Anfällen sehr wichtig und sollte auf beiden Seiten gedrückt werden.

  • Perikard 6:
      Dieser Punkt wird vor allem bei Erbrechen im Rahmen einer Migräne gedrückt. Er liegt zwei Daumenbreiten oberhalb der Handgelenksquerfalte an der Innenseite des Unterarmes genau in der Mitte zwischen den Sehnen. Auch hier sollten beide Seiten akupressiert werden.

  • Leber 3:
      Dieser Punkt liegt zwischen der Grosszehe und der zweiten Zehe, genau dort, wo die beiden Mittelfussknochen einen Winkel bilden. Auch dieser Punkt ist besonders im akuten Anfall krampflösend, der Punkt wird ebenfalls auf beiden Seiten gedrückt.

  • Tai-Yang:
      "Vogelzeigepunkt", liegt ca. eine Querfingerbreite hinter der Augenbraue in einer Grube, genau dort, wo man den anderen den "Vogel" zeigt. Auch diesen Punkt sollte man eher dann intensiv stimulieren, wenn die Migräne erst am Beginn ist bzw. auch als Prophylaxe in der Zeit zwischen den Anfällen.

Der Autor
Dr. med. Peter Aluani, Referent der Österreichischen Akademie für Kontrollierte
Akupunktur (OGKA)


Autor: BSMO Redaktion
Stand: 20-09-2004

 
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