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Erfahrungen mit Nasse-Krankheiten in Deutschland

Hauptsächlich suchten die Patienten mit Nässe-Syndrome wegen folgender Krankheiten und Symptome die TCM Praxen auf:

1. Haut (Neurodermitis, Psoriasis, Tinea, Dermatomykosen, Hautallergien)
2. Schleimhäute:
a. Darm (Dyspepsien, chronische Durchfälle), Scheidenpilze
b. Atemwege (Chronische Sinusitis, Nasenpolypen, Asthma)
3. Psyche (Panikattacken, Depressionen)
4. Immunsystem (Immunschwäche, rheumatischer Formenkreis)

Natürlich kommen z. T. auch andere Syndrome in Frage, wie z. B. bei chronischer
Sinusitis auch Leber-Galle-Feuer, Wind-Hitze oder Lungen-Hitze, doch die bei allen
dreien typischen Hitze-Symptome fehlten bei diesen Patienten. Daher sind nur folgende
diagnostischen Ergebnisse aufgelistet.

Von 60 statistisch ausgewerteten Patienten ergaben sich folgende Werte:


  • 23,3% gaben eine feuchte Wohnumgebung an
  • 78,3% essen gerne und täglich entweder Süssigkeiten, Kuchen oder Honig
  • 13,3% hatten erhöhte Lipide im Blut und 6,66% gleichzeitig niedrige Ferritin-Werte
  • 30% hatten vorne weissen und hinten weiss-gelben Belag, 38% einen rein weissen Belag
  • 45% hatten einen klebrigen, 20% einen schlüpfrigen oder schlüpfrig-klebrigen Belag
  • 50% der Syndrome beinhalteten Milz-Qi-Leere, Nieren-Milz-Yang-Leere oder Mitte-Leere mit Nässe und in 30% waren ausserdem mehr Fülle als Leere als Nässe-Hitze oder Schleim zu beobachten.

Therapeutisch wurden folgende Gemeinsamkeiten beobachtet:

1. Plötzlich mehr Energie nach der Einnahme von Huo Xiang Zheng Qi Kapseln, nicht aber nach den üblichen Milz-Tonika.

2. Bei Ekzemen (sowohl als Psoriasis als auch als Neurodermitis) starke Besserung oder Vollrekonvaleszens durch herkömmliche externe Antimykotika oder pflanzliche TCM-Salben oder Tinkturen mit hohem Gehalt an ätherischen Ölen.

3. Wenn nach der Nässe-Therapie eine Milz-tonisierende Therapie mit Tonika wie Bai Zhu, Huang Qi, Ren Shen oder ähnliche durchgeführt wurde, erhöhte sich nicht nur die Immunleistung, sondern der Heisshunger nach Süssem verschwand plötzlich auch.

4. Panikattacken, Schwäche- und Schwindelgefühl sprachen sehr gut auf blutztuckerregulierende Arzneimittel wie Ginseng oder Bu Zhong Yi Qi Dekokt an.

5. Inhalation mit Cang Zhu, Huo Xiang oder ähnliche "trocknenden Arzneien" bewirkte gute Effekte bei Sinusitiden und Polypenwucherungen.

Unter den Nässe-Syndromen trat fast immer Nässe als Milz-Leere mit Nässe, Leber-Blut-Leere mit Nässe, Hitze-Nässe im Unteren Erwärmer, Nieren-Yang-Leere mit Nässe, Wind-Nässe oder Nässe-Hitze der Haut auf.

Anstieg der Infektionen

Trichophyton-Infektionen (eine der drei Gruppen, die den Fusspilz Tinea pedis erzeugen) steigen ständig in Europa und befallen auch häufig Hände und Schamgürtel. Bereits 1/5 der Bevölkerung litt 1992 darunter.
Ebenfalls ständig zugenommen haben die durch die acht Hefepilze der Candida-Gruppe erzeugten häufigen Mund- und Scheideninfektionen, letztere vor allem, wenn aufgrund eines Chiamydien-Verdachtes Antibiotika gegeben wurden oder ein bestehender Juckreiz mittels Cortison unterdrückt wurde. Nach dem Absetzten der immunsuppressiven Therapeutika hat sich die Schleimhaut- oder Hautmykose natürlich noch weiter ausgebreitet, was häufig bei Neurodermitis der Fall ist.
10-20% von chronischen Ohrinfektionen, die mit Tinnitus einhergehen, sind durch Schimmelpilze der Aspergillus-Gruppe (meist A. niger) verursacht. Auch die gefährliche Aspergillose der Lunge nahm zu.

Immunsystem

Viele Candida Arten und Cryptococcus neoformans (Kryptokokkose) erzeugen immunsupressive Substanzen wie Mannan und weichen durch Oberflächenvarietät dem Immunsystem aus Allergien gegen Tierhaare stellten sich nach vielen erfolglosen Prick-Tests als Allergien gegen Milben der Tierhaare heraus, danach als Allergien gegen den Milbenkot und zuletzt als Kreuzallergie gegen Schimmelsporen, die im Milbenkot ebenso wie im Hausstaub vorkommen . Typisch für Bodenpilzallergien ist, wenn Patienten beim Schälen von Bodengemüse (Möhren, Kartoffeln etc.) allergische Ekzeme bekommen, diese aber geschält sowohl roh wie gekocht verzehren können. Hier sind hauptsächlich die Arten Alternaria und Cladosporium verantwortlich.
Asthma Bronchiale, Psoriasis und Rheuma können, auch wenn nicht ursächlich erzeugt, dennoch durch Hefepilze getriggert werden. Mykogene Allergien machen 20% aller heuschnupfenartigen Symptome aus. In 3-6% sind hierbei ausschliesslich die Sporen die Allergene, wirken via Histamin oder andere Mediatoren und können auch als Hautläsionen oder Schäden im Verdauungstrakt vorkommen.

Schleimhäute

Die hohe Infektionsgefahr durch Pilze bei Schwangeren und nach oralen Kontrazeptiva wird durch eine Verminderung der Milchsäurebakterien flora begünstigt, eine Infektionsgefahr nach Zytostatika durch Schäden an der Haut oder Schleimhaut
Pathogene Hefepilze können in der Darmschleimhaut den Blutzucker resorbieren, was zu einer Unterzuckerung mit Symptomen wie Händezittern, kaltem Schweiss, bis hin zum Zusammenbruch führen kann.
Fast alle chronische Sinusitiden werden durch Pilze verursacht, deshalb sind Antibiotika hier unwirksam: Es entsteht hier keine allergische, sondern eine normale Immunreaktion, bei der das Pilzallergen die Eosinophilen an der Nasenschleimhäute alarmiert und reagieren lässt.
Verschiedene tropische Wasser-Pilze verursachen Rhinosporidiose mit der Bildung von Nasenpolypen.

Haut

Die höchste Schimmelpilzbelastung tritt im Spätsommer und Herbst auf (vgl. TCM: Spätsommer ist die "Nässe-Jahreszeit").
Eine Pilzinfektion, die im Sommer vor allem nach starkem Schwitzen auftritt, ist die Pityriasis versicolor. Zwar handelt es sich bei der auch Kleie-Flechte genannten Mykose zu allererst um eine kosmetisch störende Hauterkrankung: Sie juckt etwas und schmerzt nicht, wird aber zum Hautproblem, wenn sie auf dunkler Sommerhaut helle oder auf heller Haut dunkle Flecken, ähnlich Sommersprossen, hinterlässt.
Eine andere Dermatose, die vom Pityrosporum ovale verursacht wird, ist die seborrhoische Dermatitis, an der etwa 1-2% der Bevölkerung leiden. Ausser einer genetischen Disposition und Faktoren wie Stress, hormonelle und intestinalen Störungen sind auch immunologische Schäden von Bedeutung. Doch ein pathogenetischer Zusammenhang zwischen dem Hefepilz und der Dermatitis gilt weitgehend als gesichert: Immerhin 80 Prozent der Patienten mit seborrhöischem Ekzem sind Träger von Pityrosporum ovale.
Nach Frau Dr. med. Kraske liegt sogar bei 90% der Neurodermitiskranken eine Hefepilzerkrankung im Darm vor.

Innere Erkrankungen

Belastung der Leber mit Schimmelpilzen führt zu erhöhter Cholesterinausscheidung,
vielleicht als Schutzmassnahme, um die Gifte (Aflatoxine) zu binden , die hochgradig kanzerogen wirken.
Dr. Liu in Shanghai behandelte in einer Studie 1990 fünfzig Patienten mit Stadium-II-Leberkarzinom mit integrierter Medizin und stellte fest, dass Patienten mit einem reinen Leere-Syndrom, in diesem Fall Milz-Qi-Leere, eine deutlich längere Überlebenszeit hatten als solche mit Fülle-Syndromen wie Schleim-Nässe, Blutstase oder Qi-Stagnation.
Systemische Mykosen, entgegen der landläufigen Meinung vieler Kollegen, sind nicht nur Aspergillose, Kryptokokkose, Zygomykose und andere mehr oder weniger bekannte Lungen- und Atemwegsinfekte, sondern auch systemische Candida-Infekte, die auch lokal im Urintrakt, Leber, Meningen und Herzklappen auftreten können und zwar bei

- altersbedingter Rezeptivität (Kleinkinder, Greise, Schwangere)
- Veränderung der Bakterienflora (Antibiotika)
- Veränderungen der epithelialen Oberfläche (Feuchtigkeit, Abdeckung, Trauma)
- T-Lymphozyten-Defekte (AIDS oder lmmunsupppresion durch Corticoide) - Neutropenie (durch Krankheit oder Immunsuppresion, s.o.)
- Endokrine Krankheiten (z. B. Diabetes)
- Verschiedene Bedingungen (z. B. Zink- oder Eisenmangel)

Obwohl man sich solche Informationen noch mühsam aus der Fachliteratur herausfischen muss, zeigen diese Daten wohl deutlich auf, dass die Erforschung der dritten grossen Gruppe von Krankheitserregern, den Pilzen, erst am Anfang steckt, aber auf keinen Fall unterschätzt werden darf!
 
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